Krankheit

Wessen Schuld ist Krankheit? Meine Ärztin hat heute gemeint, ihrer Ansicht nach gibt es 3 Ursachen für Krankheiten – Gene, Lifestyle und Ernährung. Ich würde gerne erforschen, inwiefern das stimmen kann und was sie da vl übersieht.

Gene.. genetische Krankheiten gibt es, das ist unabstreitbar. Dass man an denen nicht selbst Schuld ist, das ist auch klar. Allerdings bin ich der Meinung, dass man mit Lifestyle und Ernährung (die für mich irgendwie zusammengehören) auch manchen genetischen Krankheiten entgegenwirken kann.

Und umgekehrt: Ab wann ist man selbst Schuld, wenn der Lifestyle nicht passt? Ab wann spielen Gene eine Rolle im Lifestyle, den Ernährungsgewohnheiten? Ist man an Allergien selbst schuld oder sind die genetisch? Was ist, wenn weder das eine noch das andere zutrifft, wenn zB das Verhalten der Eltern schuld ist? Wie geht man in dem Punkt mit psychischen Krankheiten um?

Mein Mitbewohner warf gerade schlechte Luft, Giftstoffe, Unfälle mit Folgeverletzungen und Krankheiten von früher (vor einer etwaigen Lifestyleänderung?) ein.

Was ist mit missglücktem (Selbst)Mord mit Folgeschäden? Und kann man wirklich von eigener Schuld sprechen, wenn man einen Fehler gemacht hat, der 20 Jahre danach noch gesundheitliche Folgen hat? War es nicht viel mehr unglückliche Dummheit? Und was, wenn eine Krankheit, die man nicht selbst verschuldet hat, einen davon abhält, den Lebensstil zu führen, den man so viel lieber führen würde?

Advertisements

Arbeit – Segen oder Fluch?

Das ist eine interessante Frage auf die es, meiner Meinung nach, keine eindeutige Antwort gibt. Deswegen werde ich von meinen Erfahrungen erzählen.

Ich war lange arbeitslos, habe – meist recht unnötige – Ams-Kurse gemacht, hatte nie genug Geld, aber immer genug Zeit. Lange heißt in dem Fall 6 Jahre, davor habe ich 2mon in einem Kindergarten gearbeitet, habe ein Kind bekommen, mich im Fundraisen probiert und war in der Schule. Ich hatte nach dem Kind ungefähr 1 Jahr Ruhe vom Ams, vl waren es auch nur 10mon? Dann musste ich ihn in eine Kindergruppe stecken und Ams-Kurse besuchen. Ich glaube eigentlich nicht, dass es ihm geschadet hat, obwohl ich grundsätzlich dagegen bin, Kinder so früh von beiden Elternteilen zu trennen – zumindest eines sollte idealerweise die ersten 3 Lebensjahre mit dem Kind daheim sein. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass es in dem Fall schlecht war – vorallem weil ich bald nach dem ersten Ams-Kurs angefangen habe mit Drogen herumzuexperimentieren und das für ein Kind wshl noch schlechter ist, als eine KiGru.

Ich war dann, wie gesagt, 6 Jahre beim Ams. Es war nicht so, dass ich nicht arbeiten wollte…aber ich wollte keinen Scheißjob erledigen. Ich war und bin wählerisch. Ein Job nimmt einen großen Teil deiner Zeit in Anspruch – du solltest deinen Job mögen. Und ich hatte keine Ausbildung, keine Perspektive, keinen Plan, was ich werden wollte. Irgendwann saß ich einmal im Gottesdienst und habe so ein “was mir spontan in den Sinn kommt, was tief in meinem Herzen ist, das ist wohl das Richtige” ausprobiert. Und wisst ihr, was dabei rausgekommen ist? Pferdeflüsterer. Freiheit. Irgendwo weit weg. Pferdeflüsterer. Ich war unentschieden, ob ich das ernst nehmen sollte. Das ist jetzt wieder ca 6 Jahre her.. Ich habe damals nichts in die Richtung gemacht – die Pferdewirtschaftsschule konnte ich mir nicht leisten und wild und frei waren Wünsche, Sehnsüchte, die mich seit Jahren verfolgten…die aber unerreichbar schienen. Zwei Jahre später habe ich mich doch mal auf nem Pferdehof versucht, dort habe ich festgestellt, dass ich großen Respekt vor diesen Tieren habe, überhaupt nicht mit ihnen umgehen kann und ich nicht besonders geeignet scheine, für einen Job mit Pferden. Diese Erfahrung hat mich auch davon abgehalten vor 1,5 Jahren einen Job auf einem solchen Hof anzunehmen, der vl zukunftsträchtig gewesen wäre. Wobei wshl auch nicht. Es wäre immer noch keine Ausbildung gewesen und ich wäre nie irgendwie weiter gekommen, hätte mich nicht mehr als 3 Jahre gefreut.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, oder dem, wie ich es interpretiere: Ich hatte dann irgendwann einen Job, als Betreuerin in einem Asylheim. Anfangs hat es Spaß gemacht, aber es hat sich recht schnell zu einer furchtbaren Anstellung entwickelt. Die Asylwerber waren okay, ich hatte aber große Probleme mit der Firmenpolitik und irgendwann war ich wirklich unglücklich. Und doch bin ich geblieben. Ich dachte lange, es war das Geld, das mich gehalten hat.. War es wohl auch, aber nicht nur. Ich erinnere mich, dass ich meiner damaligen Freundin ggü erwähnte, dass ich nicht wüsste, was ich mit meiner Zeit anfangen würde, hätte ich keinen Job mehr. Ich glaube auch, damals der Meinung gewesen zu sein, dann ein wenig in Richtung depressive Verstimmung abzurutschen. Ich bin nicht sicher, ob ich damals schon dachte, dass mein Leben dann irgendwie sinnloser wäre, aber das habe ich jedenfalls kürzlich festgestellt. Ich habe den Asylheim-Job nach etwa einem Jahr verloren, habe mich aber doch erstaunlich schnell daran gewöhnt, keinen Job mehr zu haben, und wollte nun endlich eine Ausbildung. Nur welche? Ich spare mir jetzt den Weg dahin, aber es wurde letztlich medizinische Verwaltungsassistenz. Zum Abschluss der Ausbilding mache ich jetzt ein Praktikum, dass dann coolerweise in eine Fixanstellung übergeht 🙂 und irgendwann während diesem Praktikum kam dieses “ich tu jz wieder was sinnvolles, ich wüsste nicht, was ich ohne Job täte”..

Fazit: Ich bin froh, wenn ich arbeite, es gibt mir einen gewissen Sinn im Leben. Aber ich gewöhne mich doch auch schnell an keinen Job haben. Neben diesem Job werde ich eine Ausbildung zur Hundetrainerin machen. Erst wird das nur ein Nebenjob sein..irgendwann jedoch wird es vl mein Lebensinhalt.

Und was ist aus den Pferden geworden? Nun, ich beginne im Herbst reiten zu lernen, Pferde kennenzulernen und mit ihnen umgehen zu lernen. Mal sehen, wohin das führt.

The last two

160. Welches Land würdest du am liebsten bereisen und warum?

Brasilien, weil es Mangos hat, die traumhaft lecker sind.

Bolivien, weil es das selbe mit Avocados hat – mit 10 verschiedenen Sorten.

Außerdem gibt es ein Land, in dem eine Frucht wächst, die wie Schokopudding schmeckt…die würde ich gerne meinem Mitbewohner mitbringen ^^

(Hab jz gegoogled – Schwarze Sapote)

161. Wenn du ein Schild um den Hals hängen hättest, was würde da drauf stehen?

Ich wills ned wissen xD

Obwohl…vl bloß “verrückter Liund” xD

133-149

133. Welche schlechte Angewohnheit würdest du gerne aufgeben?

Essen bloß weil es grad praktisch is oder ich Lust drauf hab.

134. Welche guten Angewohnheiten hast du?

Mineralwasser und Soda mit Zitrone Cola vorzuziehen. Außer bei Pizza.

135. Was ist dein Lieblingszitat?

Do I have one?

136. Hattest du schon mal einen komplett anderen Look?

Jap.

137. Welche Musikrichtung magst du am meisten?

Hmm… melodramatisches.

138. Welche Pläne oder Ziele hast du für die Zukunft im Finanziellen?

Im Finanziellen? Das ist eine interessante Frage.. überleben?

139. Wenn du in einer Band wärst, welches Instrument würdest du spielen?

Keyboard

140. Wer ist eigentlich dein Vorbild?

Ich glaube nicht, dass ich da *eine* Person habe. Vl noch am ehesten meinen Mitbewohner, aber auch der hat Seiten, die ich so nicht übernehmen will.

141. Gehst du lieber Campen oder ins Hotel?

Kommt auf die Art des Campens und die Länge des Ausflugs an.

142. Welchen Fruchtshake trinkst du gerne?

Ich glaube, der Saft heißt Flirt. Es ist der mit dem rosa Pfeffer von der Juice Bar.

143. Welchen Wochentag magst du am liebsten?

Hm.. no real opinion.

144. Welcher war der beste Ratschlag, den du je bekommen hast?

Ich glaube nicht, dass man sie rangen kann.

145. Welches ist dein Lieblingsbuch und/oder wer ist dein Lieblingsautor?

Don’t have any.

146. Welcher lustige Zeichentrickfilm ist dein liebster?

Ich war noch nie ein großer Fan von lustig.

147. Wenn dein Haus in Flammen stehen würde und du könntest einen Gegenstand retten, welcher wäre das?

May. Mein Stoffnilpferd.

148. Könntest du dich zwischen deinem Job und deiner Beziehung entscheiden, was würdest du wählen?

Probably the relationship. Aber vl bin ich auch bald erwachsen genug, um es von der Qualität der Beziehung abhängig zu machen.

149. Wenn dein Leben ein Buch wäre, welchen Titel würdest du ihm geben?

My fucking Life – but we’ll see that, if I write this book.

92, 106-110,

92. Wenn du im Alter deiner Großeltern bist, was wird wohl deine Lieblingsaktivität sein?

Stricken, lesen, vl singen? Malen?

106. Deine Beziehung zu Pferden?

Hm.. ich mag sie. Aber ich bin mir ihrer überlegenen Stärke bewusst. Viel bewusster, als sich die Meisten von ihnen es sind.

107. Was ist für dich wichtiger? Eine tolle Beziehung oder viel Geld?

Beziehung

108. Was machst du lieber, Geld sparen oder es ausgeben?

Haha…ich wünschte es wäre das sparen.

109. Was macht eine gute Partnerschaft aus?

Vergrauen, Geduld, Liebe und Ehrlichkeit. Gemeinsamkeiten, Unterschidlichkeiten. Eine gemeinsame Basis, ein gemeinsames Ziel.

110. Welches Lied beschreibt dein Leben am besten?

Das is ne gute Frage.. doch, da gabs mal eines…puh, wie hat das geheißen?

Es war von Casting Crowns… *auf youtube such*

Voll, Does Anybody Hear Her?

This is, what I feel…

…and this is, what I’m doing, as long as I can.

Nighters 69

Ich habe diese Kurzgeschichte geschrieben, als ich 16 war. Ich hab sie jetzt endlich ins Elektronische übertragen und hab mir gedacht, ich könnte sie hier posten.

Ich habe sie nur grob überarbeitet, deswg sind ein paar mittlerweile sehr unmoderne Wörter enthalten…aber aus dem Zusammenhang lässt sich erschließen, was sie in etwa bedeutet haben xD

 

Endlich der 7. November! Heute geht sie nicht in die Schule, wird den ganzen Tag im “Nighters 69” verbringen. Ihr ganzes Geld ausgeben. Zum ersten und letzten Mal zu sein, total besoffen sein. Alles vergessen. Und dann zu Marina gehen und sie fragen, wo genau am Hals man schneiden muss um zu sterben. Um dann ihr kurzes aber beschissenes Leben endlich zu beenden!

Sie hat in Foren geschrieben: “Hey Leute! Liebt ihr mich? Wollt ihr mich noch ein letztes Mal sehen? Es ist eure letzte Chance – ich meins ernst. Ich hab euch lieb – aber ich kann nicht mehr. Also, wollt ihr mich ein letztes Mal sehen? Kommt ins Nighters 69.”

  • Es sind nicht viele da, aber das hat sie auch nicht erwartet.
  • Zu ihrem Erstaunen sind einige gekommen.
  • Die Nachricht scheint sich verbreitet zu haben. Es sind viele da, die diese Foren gar nicht haben. Die wollen sie jetzt davon abhalten sich umzubringen. Aber sie haben keine Chance, sie ist felsenfest entschlossen.

Ihr Freund ist auch da. Mit ihm hat das Ende seinen Anfang genommen. Sie hat sich in ihn verliebt. Etwa gleichzeitig mit ihrer besten Freundin Lessy. Okay, nein, ganz so wars eigentlich nicht…

Lessy hat den Typen in der U-Nahn getroffen und mit ihm geflirtet. Später hat sie ihn bei einem dieser Internet-Foren wiedergefunden und als Freund geaddet. Das hat Lessy ihr erzählt. Sie und der Typ haben dann viel geschrieben und smst. Lessy hat ihr erzählt, dass Thomas – der Typ – nur das eine von ihr will – Buddan. Sie hat ihrer Freundin von Anfang an abgeraten es zu machen, sich darauf einzulassen. Gleichzeitig hat sie begonnen ins Nighters 69 zu gehen. Und damit hat das Schicksal seinen Lauf genommen. Aber erst noch von der ersten Begegnung zwischen Tomanius – wie er im Nighters genannt wird – und ihr.

Sie war im Nighters, das zweite Mal. Ist abseits gestanden, hat alles beobachtet, die Situation abgecheckt. Marina, wegen der sie hier war, hat sie stehen gelassen, ist nach hinten abgehaut.
Nach ein paar Minuten kam ein großer “Normalo” rein. In einem Szene-Lokal ist es auffällig, wenn plötzlich jemand reinkommt, der vollig normal aussieht; Weder Metaler, noch Emo, noch Punk oder etwas in die Richtung. Nicht mal Gabba oder Skater. Einfach normal. Sie dachte sich, dass der hier irgendwie nicht reinpasst.
Schließlich ist Marina doch wieder aufgetaucht und sie haben sich zu ein paar Mädls an einen Tisch gesetzt und mit denen geplaudert. Bis am Nebentisch der Name Tomanius gefallen ist. Sie war sich nicht sicher, ob sie sich vielleicht verhört hatte. Sie bat eines der Mädchen, den großen Normalo – der angesprochen wurde – zu fragen, wie er heißt. Wie erwartet war die Antwort Tomanius. Daraufhin meinte sie, dass sie eine Freundin von Lessy ist. Das war die erste Begegnung der beiden.

Und jetzt sitzt sie da, völlig zerstört und verletzt. Sie fragt sich nicht wieso. Wie ein einzelner Mensch so etwas anrichten kann. Sie hat aufgehört zu fragen, bekommt ja doch keine Antworten. Eigentlich ist sie ja auch selbst Schuld. Sie hätte sich eben nicht auf den Typen einlassen sollen. Hätte ihre beste Freundin nicht so verletzen dürfen. Aber sie war auch verletzt. Irgendwo war Lessy auch schuld. Ach ist jetzt eh schon egal…
Richtig kennengelernt hat sie Tomanius aber erst, als Lessy einmal mit im Nighters war. Um ihn zu treffen. Aber sie wusste nicht, dass es Les ernst mit Tomanius ist. Dass sie mehr als nur Spaß empfand. Sie hat jetzt noch im Kopf, wie grindig Les das Fett an ihm gefunden hat. Und als es dann passiert ist hat Lessy… nicht mit ihr geredet. War zu verletzt, geschockt, enttäuscht. Das wiederum hat sie nicht verstanden.
Sie war zu ungeduldig, das war ihr größter Fehler.

Sie hat sich gut mit Tomanius verstanden, ist mit ihm an einem Tisch gesessen, hat mit ihm gesoffen und Shisha geraucht. Irgendwann hat sie sich dann ein wenig in ihn verknallt, hat sich seinen Spitznamen in den Unterarm ritzen lassen.
Ein paar Tage später hat sie dann eingesehen, dass das nichts wird, dass Les viel besser ist als sie, dass er auf Les steht – und das Gefühl ging vorbei. Außerdem hatte sie ihrer Besten versprochen sich nicht mit ihm aufzuführen. Sie beschloß lesbisch zu werden.
Ein oder zwei Tage später hat Tomanius auf einmal begonnen sie zu betouchen. Ihr an die Innenseite ihrer Oberschenkel zu greifen. Sie hatte damals einen Rock an.
Sie war verwirrt, hat an Lessy gedacht, war hin und her gerissen. Wollte es einerseits. Auch wenn das Verknallt sein aufgehört hatte. Es war toll von einem Jungen begehrt zu werden. Andererseits dachte sie an Les, sie hatte es ihr versprochen…. doch sie war noch nie gut im Entscheidungen treffen, und diese durchzuziehen, gewesen. Sie hat es viel zu locker gesehen, nicht gesehen, wie sehr sie Lessy damit verletzt, Tominus Lügen geglaubt. War nicht sicher, wer die Wahrheit sagt, Lessy oder der Typ.
Sie stand vor der Wahl. Heute bereut sie ihre Entscheidung von damals so sehr. Les war ihr Leben. Les ist ihr Leben. Ohne Les hat das Leben keinen Sinn mehr.
Sie hat ihn geküsst. Sie hat sich von ihm anfassen lassen. Heute bereut sie es so sehr. Damals war sie glücklich. Glücklich und naiv. Sie weiß nicht wieso, aber sie hat das dann alles anders gesehen. Er wollte sie. Aber da gab es noch ein anderes Mädchen. Eine Lesbe. Sie hätte am Liebsten beide genommen. Tominus und das Mädchen. Tja, sie hat sich dann leider für Tominus entschieden. Hat sich mit ihm aufgeführt. Hat sich irgendwann von ihm küssen lassen. War alles egal.
Wenn sie heute daran zurück denkt, meint sie ziemlich alkoholisiert gewesen sein zu müssen. Dass sie wirklich dachte, Les müsse/würde sich freuen für sie. Sie weiß wirklich nicht mehr wieso.
Als es schon ne Zeit lang so dahin ging – Tominus hatte sie auch schon gefingert – ging sie auf die Toilette. Und am Weg dahin hat sie Lessy dann ne SMS geschrieben. Irgendwas in Richtung “omg” und “es tut mir leid” und “ich glaub, ich hab nen Freund – Tominus”.An diesem Tag haben die Mädchen wohl beide ihr Leben nicht mehr gepackt. Ab da ging es mit ihrer Freundschaft bergab. Damals verstand sie es nicht. Heute tut sie es – aber heute ist es zu spät. Viel zu spät. Lessy ist nicht hier. Sie ist verzweifelt. Kann ihre Freundin so gut verstehen. Einige ihrer Freunde weinen. Doch sie selbst weint jetzt am Meisten. All der Schmerz in ihr muss raus. Sie hat den wichtigsten Menschen ihres Lebens verloren. Und es ist ihre eigene Schuld. Sie hat das Vertrauen ihrer Freundin missbraucht, hatte ihr versprochen sich nicht mit Tominus aufzuführen. Hat mit ihm rumgemacht, ist mit ihm zusammen gegangen. Sie hat den wichtigsten Menschen ihres Lebens aufgegeben/verloren – für den Typen, der jetzt mit ein paar Kumpel am Nebentisch sitzt und säuft. Wie konnte sie ihre beste Freundin nur so verletzen? Wie konnte sie nur so naiv und blöd sein? Sie hasste sich selbst dafür. Der Typ war es nicht wert. Wie er da mit seinen Freunden sitzt, lacht, sich unterhält, säuft. Sie hasste ihn dafür. Doch am Meisten hasste sie sich selbst.

Sie will jetzt zu Marina. Will wissen, wie sie schneiden muss. Sie will sterben, steht langsam auf. Flüstert “Wo ist Marina?”, sieht sie an einem Tisch mit Freunden sitzen. Sie geht zu ihr, fragt sie, wo am Hals man schneiden muss, es war ihr jetzt egal, ob andere es mitbekamen oder nicht. Lois, der mit an Marinas Tisch saß, meint, man muss an der Halsschlagader schneiden, aber ziemlich tief.
Okay, sie will es machen. Sie hat keine Angst vor dem Schmerz. Kein Schmerz kann schlimmer sein, als der in ihr. Kein Schnitt tief genug, um den Schmerz zu vertreiben. Sie kann nicht mehr. Sie will nicht mehr. Der Schmerz ist zu groß. Sie will sterben. Nur noch sterben. Nicht mehr hier sein. Alles beenden. Sie greift zur Klinge, geht aufs Klo, hört eine Stimme, realisiert sie kaum. Sie kann nicht mehr. Hört die Stimme ihren Namen rufen. Weiß nicht, wem sie gehört. Sie setzt die Klinge an. Ein tiefer Schnitt, alles ist vorbei. Sie sinkt zu Boden, bleibt dort liegen. Alles um sie rum ist voller Blut. Sie vergießt keine Träne mehr. Lächelt in sich hinein. Jetzt ist es endlich vorbei. Realisiert jetzt, wem die Stimme gehört, die verzweifelt ihren Namen ruft. Lessy. Doch jetzt ist es zu spät. Sie hört Stimmen ihren Namen flüstern, sie willkommen heißen. Die Hand, die die ihre berührt, spürt sie nicht mehr. Sie lächelt. Es ist vorbei.