Verlassen

Ich weiß jetzt endlich, wovon die Leute, als ich 16 war, geredet haben, wenn sie gesagt haben “wenn man wirklich unglücklich ist, dann lächelt man und sagt ‘es ist alles okay'”. Es gab 100e dieser Sprüche, 1000e. Und ich hab es nie verstanden… Ich habe immer ehrlich gesagt, wies mir geht, wollte Aufmerksamkeit, wollte gerettet werden. Doch irgendwann ist das vorbei. Irgendwann hörst du auf zu schrein. Irgendwann versiegen auch die letzten Tränen. Verlassen und allein.
Ich sage selten “es geht mir gut”, aber ich sage sehr oft “ganz okay”. Und meistens ist es gelogen. Aber wem kann ich mich schon anvertrauen? Wer würde mich verstehen?

2 Freundinnen glauben mir nicht mal, dass ich Borderline habe.
Natürlich, Diagnose so ganz offiziell, hab ich noch keine.. aber es passt alles. Ich bin mir sicher. Und in 2 Wochen habe ich es auch am Papier.

Nur wie dann weiter? Therapie? Wie soll mir die schnell genug helfen? Egal wo ich bin, ich bin unglücklich. Egal was ich tue, es wird nicht besser.

Vor 2 Wochen hab ich eine Freundin gefragt, warum ich nicht einfach sterben kann.. sie hat mir nicht geantwortet.
Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Wochen überstehen soll..

Ich habe einen Sohn, der bei meiner Mutter lebt. Das ist wahnsinnig schwer für ihn, er hätte gern, dass wir alle drei zusammenleben. Aber das würde ich nicht schaffen.
Würde es ihm wirklich viel ausmachen, wenn ich nicht mehr da bin? Wshl… aber genug um mich am Leben zu halten? Ich bezweifles.. ich brauche einen Sinn, eine Aufgabe. Ich sag ja gern “ich brauche einen Hund”. Aber ob das stimmt zweifle ich selbst an.. das ist das Problem dabei. Wäre ich überzeugt davon, das zu schaffen, der Herausforderung gewachsen zu sein, dann würde ich einen nehmen. Dann hätte ich einen Sinn zu leben. Aber so..? Niemand in meinem Umfeld ist dafür.. es gibt keinen, der diese Idee wirklich unterstützt.

Eine ehemalige Freundin hat mir vor 2 Jahren sinngemäß geschrieben “ich wünsche dir, dass du einsam und alleine lebst”. Lange nicht mehr und sie hat ihr Ziel erreicht.

Ich frage mich, was mich wirklich am Leben hält.. die Hoffnung?
Leben heißt Schmerz. Liebe heißt Schmerz. Sehnsucht heißt Schmerz. Vergangenheit heißt Schmerz. …wozu das alles? Um andere nicht unglücklich zu machhen? Ganz ehrlich? Jahrelang leiden nur um ANDERE nicht unglücklich zu machen?? Oder ist es doch die Neugier, die Hoffnung, dass es irgendwann besser wird…? Aber ob die Hoffnung noch lange besteht?

Some days…

Es gibt Tage, an denen ich nicht versteh, was los ist mit mir. Tage an denen mich eine Traurigkeit, eine Hilflosigkeit einholt.. Tage, an denen ich die Frage “Worauf hättest du jz Lust?”, “Was würdest du gern machen?” mit “eine Rasierklinge nehmen und mir den Arm der länge nach aufschneiden” beantworten würde…
Warum gibt es solche Tage? Wo kommen diese Gefühle her? Warum hilft es mir, wenn ich darüber schreibe… Wieso sinke ich aber sofort zurück in die Einsamkeit, sobald ich aufhöre?

Ich habe momentan doch nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt…