Arbeit – Segen oder Fluch?

Das ist eine interessante Frage auf die es, meiner Meinung nach, keine eindeutige Antwort gibt. Deswegen werde ich von meinen Erfahrungen erzählen.

Ich war lange arbeitslos, habe – meist recht unnötige – Ams-Kurse gemacht, hatte nie genug Geld, aber immer genug Zeit. Lange heißt in dem Fall 6 Jahre, davor habe ich 2mon in einem Kindergarten gearbeitet, habe ein Kind bekommen, mich im Fundraisen probiert und war in der Schule. Ich hatte nach dem Kind ungefähr 1 Jahr Ruhe vom Ams, vl waren es auch nur 10mon? Dann musste ich ihn in eine Kindergruppe stecken und Ams-Kurse besuchen. Ich glaube eigentlich nicht, dass es ihm geschadet hat, obwohl ich grundsätzlich dagegen bin, Kinder so früh von beiden Elternteilen zu trennen – zumindest eines sollte idealerweise die ersten 3 Lebensjahre mit dem Kind daheim sein. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass es in dem Fall schlecht war – vorallem weil ich bald nach dem ersten Ams-Kurs angefangen habe mit Drogen herumzuexperimentieren und das für ein Kind wshl noch schlechter ist, als eine KiGru.

Ich war dann, wie gesagt, 6 Jahre beim Ams. Es war nicht so, dass ich nicht arbeiten wollte…aber ich wollte keinen Scheißjob erledigen. Ich war und bin wählerisch. Ein Job nimmt einen großen Teil deiner Zeit in Anspruch – du solltest deinen Job mögen. Und ich hatte keine Ausbildung, keine Perspektive, keinen Plan, was ich werden wollte. Irgendwann saß ich einmal im Gottesdienst und habe so ein “was mir spontan in den Sinn kommt, was tief in meinem Herzen ist, das ist wohl das Richtige” ausprobiert. Und wisst ihr, was dabei rausgekommen ist? Pferdeflüsterer. Freiheit. Irgendwo weit weg. Pferdeflüsterer. Ich war unentschieden, ob ich das ernst nehmen sollte. Das ist jetzt wieder ca 6 Jahre her.. Ich habe damals nichts in die Richtung gemacht – die Pferdewirtschaftsschule konnte ich mir nicht leisten und wild und frei waren Wünsche, Sehnsüchte, die mich seit Jahren verfolgten…die aber unerreichbar schienen. Zwei Jahre später habe ich mich doch mal auf nem Pferdehof versucht, dort habe ich festgestellt, dass ich großen Respekt vor diesen Tieren habe, überhaupt nicht mit ihnen umgehen kann und ich nicht besonders geeignet scheine, für einen Job mit Pferden. Diese Erfahrung hat mich auch davon abgehalten vor 1,5 Jahren einen Job auf einem solchen Hof anzunehmen, der vl zukunftsträchtig gewesen wäre. Wobei wshl auch nicht. Es wäre immer noch keine Ausbildung gewesen und ich wäre nie irgendwie weiter gekommen, hätte mich nicht mehr als 3 Jahre gefreut.

Aber zurück zum eigentlichen Thema, oder dem, wie ich es interpretiere: Ich hatte dann irgendwann einen Job, als Betreuerin in einem Asylheim. Anfangs hat es Spaß gemacht, aber es hat sich recht schnell zu einer furchtbaren Anstellung entwickelt. Die Asylwerber waren okay, ich hatte aber große Probleme mit der Firmenpolitik und irgendwann war ich wirklich unglücklich. Und doch bin ich geblieben. Ich dachte lange, es war das Geld, das mich gehalten hat.. War es wohl auch, aber nicht nur. Ich erinnere mich, dass ich meiner damaligen Freundin ggü erwähnte, dass ich nicht wüsste, was ich mit meiner Zeit anfangen würde, hätte ich keinen Job mehr. Ich glaube auch, damals der Meinung gewesen zu sein, dann ein wenig in Richtung depressive Verstimmung abzurutschen. Ich bin nicht sicher, ob ich damals schon dachte, dass mein Leben dann irgendwie sinnloser wäre, aber das habe ich jedenfalls kürzlich festgestellt. Ich habe den Asylheim-Job nach etwa einem Jahr verloren, habe mich aber doch erstaunlich schnell daran gewöhnt, keinen Job mehr zu haben, und wollte nun endlich eine Ausbildung. Nur welche? Ich spare mir jetzt den Weg dahin, aber es wurde letztlich medizinische Verwaltungsassistenz. Zum Abschluss der Ausbilding mache ich jetzt ein Praktikum, dass dann coolerweise in eine Fixanstellung übergeht 🙂 und irgendwann während diesem Praktikum kam dieses “ich tu jz wieder was sinnvolles, ich wüsste nicht, was ich ohne Job täte”..

Fazit: Ich bin froh, wenn ich arbeite, es gibt mir einen gewissen Sinn im Leben. Aber ich gewöhne mich doch auch schnell an keinen Job haben. Neben diesem Job werde ich eine Ausbildung zur Hundetrainerin machen. Erst wird das nur ein Nebenjob sein..irgendwann jedoch wird es vl mein Lebensinhalt.

Und was ist aus den Pferden geworden? Nun, ich beginne im Herbst reiten zu lernen, Pferde kennenzulernen und mit ihnen umgehen zu lernen. Mal sehen, wohin das führt.

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