Die Sache mit dem Stolz..

Ich habe Borderline. Und mir ist schon 100mal empfohlen worden, Medikamente zu nehmen, kürzlich auch “mich einstufen zu lassen”, was soviel heißt wie “wochenlanger Krankenhausaufenthalt, verschiedene Meds durchprobieren und das richtige finden”.
Abgesehen davon, dass ich momentan 2 Hunde habe, demnächst arbeiten werde und ich wenig Lust habe “mehrere Medikamente durchzuprobieren” und mich dabei auch noch beobachten zu lassen, is da ein großer Hinderungsgrund, der von Anfang an zu meiner teils heftigen Abwehr beigetragen hat..und ich glaube, das ist Stolz.

Ich hatte gerade ein Gespräch mit 2 jungen Menschen, in dem es darum gegangen ist, mich davon zu überzeugen, wie toll die richtigen Medikamente sein würden. Sie haben erzählt, dass es ist, als würden Mauern eingerissen werden, als würde alles in Farben erstrahlen. Es sind plötzlich negative Dinge weg, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie da sind, weil man sich so an sie gewöhnt hatte.. Man ist glücklich.
Anfangs allerdings mit der ständigen Sorge dass es nur vorübergehend so ist.
Der Gedanke, der mich die ganze Zeit über beschäftigt hat, war: Das hab ich auch schon erlebt – ohne Medikamente.

Ich habe einmal einem Medikament zugestimmt, den Hunden zu liebe. Weil ich dachte, ich würde von dem Tag an die Hunde einer Freundin betreuen und wusste, dass ich dazu ohne Hilfe nicht im Stande war. Die Hunde hab ich bis heute nicht betreut und das Medikament wg Nebenwirkungen 2 Wochen später wieder abgesetzt.
Und jetzt denke ich tatsächlich wieder darüber nach.. Wieder den Hunden zu liebe.
Ich habe gerade 2 Hunde, meistens funktioniert es rel gut.. Aber ich werde keinem von beiden so richtig gerecht.
Außerdem gibt es Situationen, bei denen ich austick, einen wegsperr, weil er wieder mal scheiße baut oder anfuck.
Ich habe es geschafft einen rel selbstbewussten Hund innerhalb von 3mon zu einem Hund zu machen, den alles verunsichert… Ich bin sicher, das liegt nicht nur an fehlenden Meds, sondern auch an schlechten Erfahrungen mit meiner letzten Hündin, aber halt auch.

Und ich glaube, ich begreife gerade endlich, was mein Ex mir immer versucht hat, klarzumachen.
Eine psychische Krankheit ist wie jede andere auch. Also wie eine körperliche. Und eine Lungenentzündung würde ich auch nicht mit kognitiver Verhaltenstherapie bekämpfen, jdfalls nicht nur.

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